Kategorie: Nähen

Der Anfang von Wattmaedchen

Mein erstes Projekt startete mit einem Rucksack. Da ich täglich mit dem Fahrrad zur Arbeit fahre, brauchte ich einen Rucksack, in den auch etwas im DIN-A4 Format passt, sowie Brotdose und Trinkflasche. Inspiriert wurde mein Design von den wasserdichten Fahrradtaschen, dessen Verschluss man zurollen und mit einem Steckverschluss schließen kann. Zur gleichen Zeit wurde das Tragen von Rucksäcken wieder modern.

Meine ersten Versuche eines Rucksackes waren viel zu groß geraten, der Rucksack war zu breit und zu hoch. Zudem hatte ich, wie sich herausstellte, Schultergurte und Ringe genommen, die nicht geeignet waren, sodass der Rucksack beim Tragen ständig rutschte. Nach mehrfachen Probenähen und Tauschen von Materialien war das Grundmodell fertig. Mein Standard-Rucksack ist nun 28 cm breit und 48 cm hoch.

Der hier dargestellte Rucksack war meine erste Auftragsarbeit :). Er besteht aus Kunstleder, Textilwachstuch und Baumwolle. Innen ist ein fester Baumwollstoff in blau-weiß verarbeitet. Merkmal meiner Rucksäcke ist eine kleine Aussentasche, Karabiner innenliegend und zwei kleine Innentaschen für das Smartphone.

Aus Sicherheitsgründen habe ich noch einen Reißverschluss eingenäht, damit man nicht in die Tasche eingreifen kann.

Auch wenn es ein „Grundmodell“ gibt, richte ich meine Farben nach euren Wünschen. Beim Material merke ich, dass sich Kunstleder und beschichtete Baumwolle bewährt haben. Der Rucksack ist standfest, trotzdem „knautschig“ (was ich bei Taschen besonders mag) und er hat auch schon Regenfälle unbeschadet überstanden.

Den Steckverschluss habe ich etwas tiefer angebracht, sodass das obere Ende zusammengerollt oder gefaltet werden kann. Selbst wenn mal etwas mehr reinpassen muss könnte er ggf. auch bei offenem Reißverschluss geschlossen werden.

Oben habe ich auf Wunsch eine Variante für einen Mann genäht, der ebenfalls häufig Fahrrad fährt. Die Gummikordel eignet sich z.B. zum einklemmen des Helmes oder einer Jacke. Das Außenmaterial ist aus strukturierten Kunstleder, wobei ich überrascht war, wie leicht es sich verarbeiten ließ. Innen habe ich beschichtete Baumwolle in einem Beige genommen.

Als Kontrast dazu eine Mädchenvariante mit Rosa und Glitzer, plus zugehöriger Kosmetiktasche.

Es macht immer wieder Freude einen Rucksack zu personalisieren und sich beim Zusammenstellen und Gestalten auch selbst zu verwirklichen.

Im kreativen Universum

Wenn ich eine Idee für eine neue Tasche oder einen neuen Rucksack habe, ist diese meist schon als vollständiges Bild in meinem Kopf. Zur Vertiefung meiner Gedanken zeichne ich eine grobe Skizze, mit kleinen Anmerkungen für Erweiterungen. Diese Skizzen sind immer farblos und, zu meiner Schande :D, mit Kugelschreiber gefertigt. Eine grobe Farbrichtung existiert bereits, dann schaue ich im Regal, was ich vorrätig habe und kombiniere. Das ist einer meiner liebsten Schritte, Stofffarben, -muster und Bänder miteinander zu kombinieren. Dabei kommt meine „Schatzkiste“ zum Einsatz, in der Biesenbänder, Applikationen, Perlen und weitere Bänder liegen.

Habe ich alles beisammen, wird alles auf meinem Nähtisch arrangiert, die Stoffe unterschiedlich zusammengelegt, bis mir die Zusammenstellung gefällt. Meist lege ich mir erst das Material für die Außenseite zusammen und anschließend passendes Innenmaterial.

Anschließend schaue ich nochmal auf meine Skizze, eventuell finden noch kleine Verbesserungen statt.

Und dann kommt der schwierigste Teil des ganzen Ablaufes, das Erstellen des Schnittmusters. Ich finde es immer wahnsinnig schwer die passenden Maße zu erfassen. Mittlerweile „bastel“ ich mir mit dem ersten Schnittmuster eine Probe aus Papier und sehe dann, ob die Maße passen oder verändert werden müssen. Natürlich hängt nachher auch vom Material ab, wie sich die Tasche verhält. Da ich meist mit Kunstleder arbeite und auf links nähe, kann es sein, dass die Tasche nach dem Drehen ganz anders aussieht. Gerade dann, wenn der Stoff sehr dick ist, fallen Kanten nicht sauber oder der Innenstoff verzieht sich mit dem Aussenstoff. Dann heißt es auftrennen, überdenken und nochmal von vorne starten.

Wichtig ist mir auch, so wenig Nähte wie möglich zu sehen. Beim Rucksack zerbreche ich mir regelmäßig den Kopf, welche Tasche nun in welche gesteckt wird. Das Ganze wird dann nochmal gewendet, um abschließend nach Möglichkeit nur eine rechte Naht nähen zu müssen. Es erinnert ein wenig an die Matheaufgaben von früher, wenn es um visuelles Denken ging.

Die Clutch, die nicht wollte.

Eigentlich wollte ich am Samstagmorgen nur schnell eine Clutch nähen, um sie am Mittag auszuführen. Dann aber streikte die Nähmaschine, der Stoff wollte nicht und ich war frustriert. Mit "mal eben" war es nicht getan. Also zog sich das Nähen über eine Woche. Ich möchte trotzdem den Beitrag mit euch teilen, ihr habt bestimmt mehr Erfolg. :). Vom Nähen her, ähnelt die Clutch der Kulturtasche für Mutti.

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Shopper Lucie

Nachdem ich festgestellt habe, dass ich keine große Handtasche habe, nahm ich mir vor, eine zu nähen. Im Stoffgeschäft hatte ich auch noch Glück und zum Schnäppchenpreis einen schönen Gobelin - Stoff erstanden. Der Name Lucie gefällt mir, seit ich "die Chroniken von Narnia" gesehen habe. In diesem Sinne sollte die Tasche ein wenig frech und anschmiegsam, kuschelig und natürlich weiblich sein.

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